Freitag, 2. Mai 2014

Sternenkinder - das große Tabuthema

Heute wird es hier einmal nicht so schön und rosarot, sondern traurig und persönlich. Doch ich persönlich finde, dass das Thema Fehlgeburten viel zu oft totgeschwiegen und verheimlicht wird.

Ja, ich bin 32 Jahre alt und hatte schon zwei Fehlgeburten. Nein, ich finde nicht, dass man dies niemandem erzählen darf und vertuschen muss, denn ehrlich gesagt wäre es für mich vielleicht das erste Mal nicht ganz so dramatisch gewesen, wenn ich von dem Risiko gewusst hätte, denn ich ging ehrlich gesagt davon aus: Wer schwanger ist bekommt 9 Monate später ein Baby. Punkt.

Dass dies leider nicht so ist und 15% aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt enden hat mich erst mal geerdet. Doch leider empfinden viele eine Fehlgeburt als etwas, wofür man sich schämen muss. Man spricht nicht darüber, denn man ist ja nicht "normal". Doch was ist schon normal? Ich möchte gerne meine Geschichte erzählen, um zu zeigen, dass es eben auch den anderen Verlauf einer Schwangerschaft gibt.

Zum ersten Mal schwanger war ich Ende 2012 und ich war 9 Wochen lang eine glückliche Schwangere, die zwar auf Grund von Medikamenten, die ich damals nahm, besorgt war aber nicht im Geringsten an Probleme gedacht hätte. In meiner Familie gab es nie Schwierigkeiten und warum sollte also etwas schief gehen?

Um so größer dann der Schock bei einem Kontrolltermin in der 9. Woche. "Es tut mir leid, aber ich muss Ihnen sagen, dass ihr Kind tot ist." BAM voll auf die 12... Aber letzte Woche sah man doch noch das Herzchen schlagen?!? Ich war total geschockt, sprachlos und versuchte alles mit Galgenhumor zu überspielen. 

Da ich eine sogenannte "Missed Abortion" hatte, also keinerlei äußere Anzeichen für die Fehlgeburt, musste eine Ausschabung unter Vollnarkose gemacht werden. Mit Hilfe meines Mannes standen wir das irgendwie durch und ich verbrachte die folgenden Monate irgendwie unter Trance. Dann setzte die Depression ein und ich verlor die Hoffnung.

Doch meine Frauenärztin machte mir Mut, erzählte mir von der Häufigkeit von Fehlgeburten und irgendwie fasste ich neue Zuversicht und versuchte zu glauben, dass eben mit dem Kind etwas nicht in Ordnung gewesen wäre. Aber beim nächsten Mal klappts bestimmt!

Dann wurde ich wieder schwanger im August 2013. Diesmal war ich besorgt! Ja fast schon panisch.. Ich lies mich krank schreiben, nahm vorsorglich Medikamente ein, mied alles, was nur im entferntesten schädlich sein könnte. Doch wieder bekamen wir in der 9. Woche die Diagnose "missed abortion".

Irgendwie war es dieses Mal gleichzeitig leichter und schwerer. Schon wieder war der Traum vom Nachwuchs geplatzt. Schon wieder musste ich die OP durchstehen. Doch gleichzeitig wusste ich diesmal wenigstens, was mich erwartet.

Trotzdem versank ich in der Trauer. Verbrachte zwei Wochen im Bett mit Schokolade und Greys Anatomy... Bis mein Mann mich wieder auf Trab brachte, der natürlich auch litt. Diesmal hatte nämlich auch er den Herzschlag sehen dürfen und war viel mehr "dabei" als beim ersten Mal.

Wir beschlossen vor einem dritten Versuch erst mal alles medizinisch überprüfen zu lassen. Haben also die letzten Monate jeglichen Test gemacht, den es so gibt. Nur um zu erfahren, dass wir top fit sind. Die reinsten Gebärmaschinen...

Tja und nun? Heute hätte Stella den errechneten Geburtstermin und Tara hätte im Juni schon ersten Geburtstag. Ich werde immerhin in zwei Wochen Patentante und ein eigenes Kind? Das steht in den Sternen. Doch da sind immerhin auch zwei Schwestern, die dem Kleinen hoffentlich bald Beine machen und diesmal auch dafür sorgen, dass ich endlich mein eigenes kleines Bündel in den Händen halte.
Mama hat euch lieb!

Kommentare :

  1. Ala, beim Lesen deines Postings sind mir die Tränen gekommen. So wahr, so traurig und dennoch so schön geschrieben. Ich denk an euch und hoffe mit euch, dass der Sternenhimmel euch bald ein Wunder schickt!

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  2. Du weißt ja, dass ich euch alle Daumen drücke!

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  3. Liebe Ala,
    das hast du wunderschön geschrieben und zeugt von großem Mut!

    Auch ihr werdet irgendwann Eltern sein. Euer Wunder ist halt einfach ein ganz besonders und braucht noch etwas Zeit.

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  4. Danke Mädels, eure Unterstützung bedeutet mir viel!

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  5. Lass dich ganz fest drücken!
    Der Bericht rührt wirklich zu Tränen.

    Aber hey, meine Mutter hatte auch zwei Fehlgeburten hintereinander. Und dann kam ich... :D

    Ihr werdet euer kleines Bündel in den Armen halten und es viele Nächte lang schlaflos durchs Zimmer tragen. Und dann sehnsüchtig zu den Sternen hoch schauen die eigentlich vom wohlersehnten Schlaf kündigen... :o)

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  6. Das hast Du so schön geschrieben!
    Ich kann dem allem nur zustimmen,
    Du sprichst mir so aus der Seele.
    Es tut mir sehr Leid um Deine beiden Sternchen.
    Für weiteres fehlen mir leider die Worte.

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  7. Hallo - ich bin durch Zufall auf dein Blog gestossen und habe mich gleich festgelesen.

    Ich kann dir nur ganz dolle die Daumen drücken und dir sagen, dass du nie die Hoffnung aufgeben solltest. Mein Mann und ich haben 3 Jahre versucht ein Kind zu bekommen. Ich habe meine Blutungen abgewartet, Eisprung errechnet etc. nichts klappte. Bis ich im Januar mit meinem Mann sprach, dass ich mir ein innerliches Datum setzten möchte. Das bedeutet wenn ich 35 Jahre bin und noch nicht schwanger wäre, wir dann die Familienplanung lassen. Dieses Gespräch hat in mir irgendwas bewirkt und ich achtete nicht mehr wann ich fruchtbar bin und wir haben unser Sexleben nur genossen und schwupps einige Monate später war ich schwanger. Während ich dies schreibe liegt mein 5 Monate alter Max neben mir auf der Couch und schlummert...

    Diese Worte sollen dir Hoffnung machen, dass es auch bei euch klappen wird. Nur nicht unter Druck setzen.

    Übrigens ein sehr schönes Blog hast du... :)

    LG Nadinechen

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